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Die Idee der sympathischen, lebensklugen Denise von Schoenecker sucht ihresgleichen. Sophienlust wurde gegründet, das Kinderheim der glücklichen Waisenkinder. Denise formt mit glücklicher Hand aus Sophienlust einen fast paradiesischen Ort der Idylle, aber immer wieder wird diese Heimat schenkende Einrichtung auf eine Zerreißprobe gestellt. Diese beliebte Romanserie der großartigen Schriftstellerin Patricia Vandenberg überzeugt durch ihr klares Konzept und seine beiden Identifikationsfiguren.
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493 – Das uneheliche Kind

Nr.: 493
Veröffentlichung: 7. Mai 2024
Erscheinungsweise: alle 2 Wochen
Seitanzahl: 100
Autor: Juliane Wilders
Artikel-Nr.: 9783989863576

Erschüttert las Claudia Brachmann den Brief, der mit der Morgenpost gekommen war.

Meine liebe Claudi, es ist lange her, dass wir voneinander gehört haben. Du weißt ja, dass ich nach Erwins Tod wieder arbeiten musste, um Geld zu verdienen für Wolfgangs und meinen Lebensunterhalt. Die kleine Pension von Erwin habe ich für Wolfgangs Ausbildung zurückgelegt. Doch ein Leiden, das ich nie ganz ernst genommen hatte, hat mir in der letzten Zeit sehr viel zu schaffen gemacht. Ich musste operiert werden. Jetzt weiß ich, dass ich nur noch kurze Zeit zu leben habe. Erschrick nicht! Ich habe mich damit abgefunden. Was blieb mir auch anderes übrig? Nur die Sorge um meinen Sohn quält mich, wie Du Dir denken kannst. Da du in Deinen Briefen oft Deine Freundin, Frau von Schoenecker, erwähnt und von ihrem wunderbaren Kinderheim Sophienlust berichtet hast, habe ich überlegt, ob ich Wolfgang dort unterbringen könnte. Es wäre ja nicht für lange, denn ich weiß genau, dass meine Schwester Karin sich meines Kindes annehmen wird. Doch ausgerechnet jetzt ist Karin auf einer längeren Reise. Du weißt ja, dass sie für große Modehäuser arbeitet, und ich habe keine Adresse von ihr, sodass ich sie nicht erreichen kann. Meine Schwägerin Uschi, die den ganzen Tag berufstätig ist, kann ich nicht auch noch mit Wolfgangs Erziehung belasten. Meine liebe Claudi, du würdest mir einen sehr großen Gefallen tun, wenn du so rasch wie möglich zu mir hierher in die Klinik kommen könntest, damit wir alles persönlich besprechen können. Bitte, bitte, komm’ bald, denn ich weiß nicht, wie viel Zeit mir noch bleibt! Ich weiß, dass ich Dich nicht vergeblich bitten werde und dass Du mir diesen letzten Freundschaftsdienst erweisen wirst.

Alles Liebe für Dich.

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