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In diesen warmherzigen Romanen der beliebten, erfolgreichen Sophienlust-Serie ist Denise überall im Einsatz. Denise hat inzwischen aus Sophienlust einen fast paradiesischen Ort der Idylle geformt, aber immer wieder wird diese Heimat schenkende Einrichtung auf eine Zerreißprobe gestellt. Doch auf Denise ist Verlass. In der Reihe Sophienlust Extra werden die schönsten Romane dieser wundervollen Erfolgsserie veröffentlicht. Warmherzig, zu Tränen rührend erzählt von der großen Schriftstellerin Patricia Vandenberg.
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145 – Jerry hat keine Familie

Nr.: 145
Veröffentlichung: 26. März 2024
Erscheinungsweise: wöchentlich
Seitanzahl: 100
Autor: Gert Rothberg
Artikel-Nr.: 9783989862555
Im Kinderhort des Kaufhauses Loser in Sigmaringen war an diesem Tag wieder einmal Hochbetrieb. Um die Nachmittagszeit kauften viele Mütter ein und vertrauten ihre Kinder dann stets Schwester Marina an. Die fünfundzwanzigjährige Kinderschwester wusste längst, dass so manches Kind nur deshalb mitkam, weil es im Hort »abgegeben«, wurde. Hier fand sich immer eine fröhliche Schar zusammen. Es wurde gemalt, gebastelt und manchmal auch so übermütig gespielt, als sei man im Freien. Auch jetzt ging es so laut zu, dass Schwester Marina eingreifen musste. Das tat sie sehr entschieden, obwohl sie diesen Übermut nur ungern bremste. Ihrer Meinung nach gehörte er zu gesunden Kindern, aber sie wollte sich von dem jungen Geschäftsführer des Kaufhauses nicht wieder vorwerfen lassen, dass sie die Zügel zu locker lasse. Jetzt kam ein kleines Mädchen herein und sagte: »Schwester Marina, draußen steht ein Mann.« Aha, dachte die Kinderschwester, Rolf Bittner hat sich schon auf die Lauer gelegt, um mir wieder eins auswischen zu können. Rolf Bittner war der Geschäftsführer, mit dem Marina in letzter Zeit immer wieder Zusammenstöße hatte. Sie wusste auch, warum er sie schikanierte. Sie hatte es nämlich abgelehnt, auf die von ihm geplanten Schäferstündchen einzugehen. Wahrscheinlich bekam er nicht oft eine Absage. Er war ein gut aussehender Mann, der es verstand, den Mädchen den Kopf zu verdrehen. Schwester Marina zog ihre weiße Schürze über dem blau-weiß gestreiften Schwesternkleid zurecht, steckte ein paar vorwitzige Locken unter das Häubchen und ging zur Tür. Ihr hübsches Gesicht sah sehr entschlossen aus. Diesmal wollte sie dem Geschäftsführer sagen, dass sie es leid war, dass er sich immer wieder vor der Tür des Kinderhorts postierte. Schließlich hatte man ihr versprochen, dass sie hier selbstständig arbeiten dürfe.

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