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Mit dem Bergpfarrer hat der bekannte Heimatromanautor Toni Waidacher einen wahrhaft unverwechselbaren Charakter geschaffen. Die Romanserie läuft seit über 13 Jahren, hat sich in ihren Themen stets weiterentwickelt und ist interessant für Jung und Alt! Toni Waidacher versteht es meisterhaft, die Welt um seinen Bergpfarrer herum lebendig, eben lebenswirklich zu gestalten. Er vermittelt heimatliche Gefühle, Sinn, Orientierung, Bodenständigkeit. Zugleich ist er ein Genie der Vielseitigkeit, wovon seine bereits weit über 400 Romane zeugen. Diese Serie enthält alles, was die Leserinnen und Leser von Heimatromanen interessiert.
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344 – Glück im zweiten Anlauf?

Nr.: 344
Veröffentlichung: 14. Januar 2023
Erscheinungsweise: 2 mal pro Woche
Seitanzahl: 100
Autor: Toni Waidacher
Artikel-Nr.: 9783987572203

Julia stand am Fenster und sah Manfreds Auto vom Parkplatz des Hotels rollen. Sie hätte jubeln können, denn von einer Minute auf die andere hatte sich für sie alles zum Guten gewendet. Ihre letzte Aussprache in der vergangenen Nacht, als sie von ihrem Rendezvous mit Dieter Winkler zum Hotel zurückgekehrt war, schien den Ausschlag gegeben zu haben. Dass Manfred sich bei ihr entschuldigt und ihr sogar noch Glück gewünscht hatte, steigerte das himmelhoch jauchzende Gefühl in ihr. Der Wagen mit der Münchener Zulassungsnummer ver­schwand aus ihrem Blickfeld.

Am liebsten wäre Julia auf die Straße gelaufen und hätte ihre überschäumende Freude laut hinaus geschrien; sie wollte ihr Glück mit der ganzen Welt teilen.

Jürgen Deininger wusste Bescheid. Manfred selbst hatte ihn in Kenntnis gesetzt, dass er seine Konsequenzen zieht und das Feld räumt.

Sie hatte eben Pfarrer Trenker darüber informiert, dass Manfred Vernunft angenommen und es aufgegeben hatte, um sie zu kämpfen. Der vergangene Tag, an dem sie mit dem Pfarrer oben bei der Kachlachklamm war, kam ihr in den Sinn. Und sogleich auch der anschließende Abend mit Dieter, den sie nach einem Sturz mit dem Mountainbike hilflos im Wald liegend aufgefunden hatte. Mit dem Pfarrer und Dieter hatte ihr das Schicksal zwei Menschen zugeführt, die es gut mit ihr meinten. Ihr Herz wurde vor Glück ganz leicht und weit.

Ein Gedanke trübte ihre Freude, sie hatte Dieter erklärt, noch nicht vollkommen mit der Vergangenheit abgeschlossen zu haben und daher für sie lediglich eine gute Freundschaft in Frage kommen könne. Diese vermeintliche Fessel hatte sie abgestreift, als sie eben Manfreds Auto aus den Augen verloren hatte.

Sie fühlte sich jetzt fast genauso frei wie am Tag zuvor oben auf dem Berg, als sie mit Pfarrer Trenker zu der Klamm marschierte.

›Du musst Dieter Bescheid sagen! ‹, durchfuhr es sie. Ein Blick auf die Uhr sagte ihr, dass es halb neun Uhr war. Einen Moment zögerte sie, weil sie sich fragte, ob sie ihn stören durfte, aber diese Bedenken warf sie über Bord und wählte seine Handynummer.

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