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Für Dr. Norden ist kein Mensch nur ein ‚Fall’, er sieht immer den ganzen Menschen in seinem Patienten. Er gibt nicht auf, wenn er auf schwierige Fälle stößt, bei denen kein sichtbarer Erfolg der Heilung zu erkennen ist. Immer an seiner Seite ist seine Frau Fee, selbst eine großartige Ärztin, die ihn mit feinem, häufig detektivischem Spürsinn unterstützt. Dr. Norden ist die erfolgreichste Arztromanserie Deutschlands, und das schon seit Jahrzehnten. Mehr als 1.000 Romane wurden bereits geschrieben. Die Serie von Patricia Vandenberg befindet sich inzwischen in der zweiten Autoren- und auch Arztgeneration.
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301 – Das Glück, geliebt zu werden

Nr.: 301
Veröffentlichung: 27. November 2018
Erscheinungsweise: wöchentlich
Seitanzahl: 100
Autor: Patricia Vandenberg
Artikel-Nr.: 9783740937393
Veronika Imhoff hatte die Post aus dem Briefkasten geholt und lief schnell ins Haus zurück, denn der Nieselregen war urplötzlich in einen kräftigen Schauer übergegangen, und nun hatte ihre Frisur eine ganz schöne Dusche abbekommen. Sie schüttelte sich und streckte ihrem Spiegelbild die Zunge heraus, aber dann sagte sie: »Hast ja selber schuld, wenn du so rausrennst.« Die Post hatte sie beiseite gelegt und noch gar nicht angeschaut. Schnell ging sie erst ins Bad und stellte den Fön an, um das Haar zu trocknen, denn am Abend wollte sie mit ihrem Mann ein Konzert besuchen. David Delorme war wieder einmal als Gastdirigent in München, und seine Konzerte ließen sich die Imhoffs nie entgehen. Nach ein paar Minuten konnte sie zufrieden sein. Die Frisur hatte kaum gelitten, ihr schönes blauschwarzes Haar schmiegte sich seidig um ihr feines Gesicht, in dem große veilchenblaue Augen leuchteten, die einen aparten Kontrast zu den dunklen Haaren bildeten. Dann holte sie die Post und setzte sich noch einmal an den Frühstückstisch. Sie schenkte sich eine Tasse Kaffee ein und aß das Brötchen, das ihr Mann hatte liegenlassen, weil er es sehr eilig gehabt hatte. Unwillig legte sie die Wurfsendungen beiseite, die manchmal en masse kamen, aber dann weiteten sich ihre Augen, denn sie sah einen Brief, der aus Tübingen kam, von einem Rechtsanwalt Dr. Hagenau. In Tübingen war Veronika zur Welt gekommen und zur Schule gegangen, und dort hatte sie auch Bekannte, mit denen sie hin und wieder korrespondierte, aber ein Dr. Hagenau war ihr nicht bekannt, und da es sich um einen Rechtsanwalt handelte, öffnete sie den Umschlag mit einem Gefühl des Unbehagens. Aber nachdem sie die ersten Zeilen gelesen hatte, schloß sie die Augen und preßte die Lippen aufeinander. Sehr geehrte Frau Imhoff, ich habe die traurige Pflicht, Ihnen die Nachricht vom Ableben meiner Mandantin, Frau Erika Axmann, zu übermitteln und deren letzten Wunsch, daß Sie Thomas vielleicht in einem Heim in der Nähe von München unterbringen könnten, damit er wenigstens eine Bezugsperson hat, der er Vertrauen entgegenbringt. zu äußern. Thomas wurde zwischenzeitlich von Nachbarn aufgenommen, aber eine baldige Entscheidung wäre im Interesse des sensiblen Kindes wünschenswert, und ich hoffe, daß Sie Frau Axmanns Bitte nicht als eine Belästigung betrachten. Das arme Kind, dachte Veronika, nun hat er auch keine Großmutter mehr, aber da sie nicht mit ihrem Mann sprechen konnte, der außerhalb wichtige Besprechungen hatte, fühlte sie sich momentan ziemlich hilflos. Und dann hätte sie fast vergessen, daß sie zu elf Uhr einen Termin bei Dr. Norden hatte.

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