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Für Dr. Norden ist kein Mensch nur ein ‚Fall’, er sieht immer den ganzen Menschen in seinem Patienten. Er gibt nicht auf, wenn er auf schwierige Fälle stößt, bei denen kein sichtbarer Erfolg der Heilung zu erkennen ist. Immer an seiner Seite ist seine Frau Fee, selbst eine großartige Ärztin, die ihn mit feinem, häufig detektivischem Spürsinn unterstützt. Dr. Norden ist die erfolgreichste Arztromanserie Deutschlands, und das schon seit Jahrzehnten. Mehr als 1.000 Romane wurden bereits geschrieben. Die Serie von Patricia Vandenberg befindet sich inzwischen in der zweiten Autoren- und auch Arztgeneration.
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290 – Das Rätsel um Antonia

Nr.: 290
Veröffentlichung: 11. September 2018
Erscheinungsweise: wöchentlich
Seitanzahl: 100
Autor: Patricia Vandenberg
Artikel-Nr.: 9783740931902
Cora Novarro war bereits seit zwei Jahren Patientin von Dr. Daniel Norden, aber sie war für ihn immer noch ein rätselhaftes Wesen, und das war äußerst ungewöhnlich, denn Kontaktschwierigkeiten gab es zwischen ihnen nicht, und es war mit der Zeit auch ein Vertrauensverhältnis entstanden, das Cora eigentlich leichter durchschaubar hätte machen müssen. Aber da waren Schleier, die so manches verhüllten und undurchdringlich schienen. Doch schon seit einigen Tagen wußte Cora auch, daß sie nicht mehr lange leben wurde. Dr. Norden wußte es bereits seit einem Jahr, als sie sich in der Behnisch-Klinik einer Darmoperation hatte unterziehen müssen. Er hatte versucht, es ihr behutsam und sehr vorsichtig zu erklären, aber so oft er auch einen Anlauf unternommen hatte, hatte sie abgewinkt. Sie fühle sich blendend und würde fortan nur noch solide leben, hatte sie erklärt, und sie war ihren guten Vorsätzen auch treu geblieben. Sie rauchte nicht mehr, sie trank überhaupt keinen Alkohol mehr und hatte ihre Ernährung völlig umgestellt. Fast schien es, als würde sie tatsächlich die tödliche Krankheit besiegen. Selbst der Arzt ließ sich täuschen durch ihre unbekümmert scheinende Gelassenheit. Von einer Reise nach Südtirol zu­rückgekehrt in ihr schönes Haus am Kanal hatte sich ihn zu sich gerufen. Auch das war ungewöhnlich und für ihn ein Zeichen, daß es ihr nicht gutgehen konnte, da sie sonst gewiß in die Praxis gekommen wäre, wollte sie doch nicht als Schwerkranke betrachtet werden. Für den erfahrenen Dr. Norden war es bei diesem Besuch klargeworden, daß Cora sich nun auch nicht mehr selbst täuschte, und sie sagte auch sehr ruhig, daß sie sich schon längst bewußt sei, daß es keine Gesundung für sie geben würde. Sie sei jedoch dankbar, daß ihr genügend Zeit geblieben wäre, das Resümee ihres Lebens zu überdenken und noch das tun zu können, was sie aus Feigheit bisher vor sich her geschoben hätte. Viel Zeit würde ihr allerdings nicht mehr bleiben, das wußte er, das wußte auch sie. Dr. Norden besuchte sie jeden Tag, und ihre Schmerzen wurden mit Injektionen und Infusionen gelindert. An diesem Freitag, an dem er erst am späten Nachmittag kam, schien sie wieder einmal eine gute Phase zu haben.

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